Reisevorbereitungen

Bürger der EU sowie Staatsangehörige der Schweiz und Liechtensteins reisen nach Estland, Lettland und Litauen visafrei. Die baltischen Staaten sind im Schengener Abkommen Mitglied. Bei der Einreise wird das Mitführen eines gültigen Reisepasses oder Personalausweises empfohlen. Auch jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument (Kinderreisepass mit eigenem Passfoto). Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils werden nicht anerkannt.

Seit dem 1. Januar 2011 ist in Estland der Euro alleiniges Zahlungsmittel,  und Lettland führte die Gemeinschaftswährung zum 1. Januar 2014 ein. Für Litauen fand am 1. Januar 2015 der Beitritt zur Eurozone statt.
In allen baltischen Ländern stehen Geldautomaten zahlreich zur Verfügung, so dass Sie mit Ihrer Debit- oder Kreditkarte unkompliziert Bargeld abheben können. Bargeldloser Zahlungsverkehr ist nahezu überall möglich, insbesondere mit Visa und MasterCard, seltener American Express und Diners. Auf den landläufig als EC-Karten bezeichneten Debitkarten muss allerdings das Maestro-Zeichen sichtbar sein, damit sie akzeptiert werden, oder es muss sich um Visa-Electron-Karten handeln.

Das Preisniveau im Baltikum ist nicht so niedrig, wie vielleicht vermutet, wobei die Hauptstädte allerdings hervorstechen. Seit dem EU-Beitritt und der Einführung des Euro wirken sich zudem die wachsende wirtschaftliche Leistung sowie die nach wie vor besonders enge Bindung an die ohnehin teureren skandinavischen Märkte aus. Dennoch kann das Baltikum von Besuchern aus dem „Westen“ als ein preisgünstiges Reiseziel empfunden werden.

Die baltischen Länder sind durchweg als ausgesprochen kinderfreundlich zu bezeichnen. Schreiende Kinder oder gestresste Eltern sind kaum zu entdecken – Kinder dürfen alles und werden trotzdem erzogen!
Für Familien mit Kindern bieten die Natur mit ihren langen Badestränden, Seen und Wäldern sowie weite verkehrsarme Landstriche mit  abgelegenen Bauernhöfen und dem Kontakt zu Tieren ganz neuartige Urlaubserlebnisse.
In größeren Ortschaften finden Sie Freizeitbäder. Schlechtwettertage lassen sich mancherorts durch originelle Freizeiteinrichtungen abfedern. Einkaufszentren und große Kaufhäuser verfügen über Wickelräume und Kinderspielzimmer.

Auch Menschen mit Behinderungen (gleich welcher Ausprägung) können sich das Baltikum erschließen. In  allen drei Ländern sind immer mehr Unterkünfte auf Menschen mit körperlichen Benachteiligungen vorbereitet; in größeren Orten gehört dies bei Hotels der mittleren und gehobenen Klasse zum Standard.
Immerhin große Teile der mittelalterlichen Altstädte sind mit dem Rollstuhl befahrbar. Auf dem Lande gibt es speziell hergerichtete Wege, in Estland zum Beispiel sogar Moorrundwanderwege.

Telefonieren können Sie, ob ins In- oder Ausland, ganz ohne Problem, zumindest innerhalb der EU. Kartentelefone sind nicht mehr in Gebrauch, also ist das Mobiltelefon das einfachste Kommunikationsmittel, denn alle Länder sind über ein dichtes Netz erschlossen. Gutenhabenkarten (Prepaid) sind überall problemlos erhältlich.

E-Mail und Internet sind vor allem in Estland bis in den letzten Winkel verbreitet. Überall im Baltikum bieten die meisten Hotels und anderen Unterkünfte kostenloses Surfen. Außerdem finden Sie im gesamten Baltikum für Laptop oder Smartphone viele W-LAN-Hotspots mit kostenlosem Internetzugang. Entsprechende Punkte erkennen Sie an dem Begriff "WiFi".

Die Netzspannung in den baltischen Staaten beträgt 220 V / 50 Hz. Unterschiede zu in Deutschland oder Österreich üblichen Steckverbindungen gibt es nicht.

Im Baltikum finden Sie eine gute ärztliche und zahnärztliche Versorgung. Allerorten gibt es Apotheken. Bei sehr speziellen Arzneimitteln empfehlen wir die Mitführung  eines ausreichenden Vorrats. In anderen EU-Mitgliedsländern ausgestellte Rezepte werden im Allgemeinen anerkannt. Besondere Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Wir raten aber bei Naturreisen zu einer Zeckenschutzimpfung (die baltischen Staaten haben europaweit die höchsten FSME-Inzidenzen) und – falls nie oder nur vor vielen Jahren erhalten – zu einer Tetanus-Schutzimpfung.

Unsere gesetzlichen Krankenkassen sichern in Estland, Lettland, Litauen und Finnland medizinischen Schutz. Wir empfehlen aber – sofern nicht ohnehin vorhanden – unter Umständen den zusätzlichen Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung, die zusätzliche Behandlungen und Leistungen absichert, z.B. einen Krankenrücktransport.
Als Reiseveranstalter sind wir verpflichtet, Ihnen den Abschluss einer Reiserücktritts-/Reiseabbruch-Versicherung nahe zu legen. Wenn Sie diese und andere Versicherungen über uns abschließen möchten, stehen wir Ihnen beratend zur Seite.

Kriminalität ist auch im Baltikum nicht ausgerottet, aber  generell gelten die baltischen Staaten als sichere Reiseländer. Gegen Taschen- und Trickdiebe in größeren Städten sollten Sie wie überall die entsprechende Vorsicht üben. Für Ihr Auto gelten die allgemein bekannten Regeln: Gegenstände nicht sichtbar im Wagen liegen lassen, nach Möglichkeit bewachte Parkplätze nutzen.
Auf dem Lande und in Kleinstädten gibt es kaum Kriminalität. Die Polizei arbeitet korrekt und schnell. Verstöße gegen die Straßenverkehrsregeln werden rigoros geahndet.
Achtung: In Estland liegt die Promillegrenze für Alkohol bei 0,0, in Polen und Schweden bei 0,2, in Lettland und Litauen wie in Finnland und Deutschland bei 0,5.

Die estnische Sprache gehört innerhalb der Uralischen Sprachfamilie zur Gruppe der finno-ugrischen Sprachen und ist dem Finnischen am nächsten verwandt. Lettisch und Litauisch bilden die baltische Sprachgruppe innerhalb der indoeuropäischen Sprachfamilie. Alle drei Sprachen unterscheiden sich sehr stark untereinander. Sie zu erlernen fällt selbst einem sprachbegabten Mitteleuropäer nicht leicht. Touristen bleiben sie in aller Regel so gut wie unverständlich. Natürlich kommt es bei den Einheimischen gerade deshalb gut an, wenn Sie einige Wendungen kennen, aber weitergehende Sprachkenntnisse werden Sie sich kaum aneignen. Da hilft es, dass Deutsch vor allem bei der älteren Generation noch recht verbreitet ist, wenngleich es seinen früheren Status einer zweiten Landessprache längst verloren hat. Heute ist Englisch die wichtigste Fremdsprache und wird besonders in Estland von der jüngeren Bevölkerung häufig perfekt angewandt. Über den in Estland und Lettland hohen russischen Bevölkerungsanteil von wenigstens 30 Prozent kommt dort das Russische als weit verbreitete Umgangssprache hinzu, nicht zuletzt auch über die zahlreichen Touristen ostslawischer Herkunft.

Das öffentliche Verkehrssystem ist im Baltikum gut ausgebaut. Selbst kleinste Ortschaften sind angeschlossen. Der öffentliche Verkehr über Land wird vor allem durch Busse bedient. Es gibt es auch Bahnstrecken, aber von einem Netz kann man nicht eigentlich sprechen, wenn man von der Umgebung der Hauptstädte absieht. Am beweglichsten sind Sie natürlich, wenn Sie mit dem Auto anreisen. Über BALTIKUMREISEN können Sie auch einen Mietwagen buchen. Das Straßennetz ist modernisiert, und zudem ist die Verkehrsdichte gering.

Tankstellen sind in allen Ländern flächendeckend vorhanden und funktionieren oft auf Selbstbedienungsbasis.  Die Treibstoffpreise steigen zwar auch im Baltikum, sind  aber im Vergleich zu den Ihnen vertrauten immer noch 10 bis 20 % günstiger. Die Zahl der Gas- und Elektrotankstellen nimmt ständig zu, wobei im Frühjahr 2013 in Estland das weltweit erste flächendeckende Netz von  Schnell-Ladestationen für Elektrofahrzeuge eingerichtet wurde. Die Stromtankstellen stehen in allen Orten mit mehr als 5.000 Einwohnern und an den Hauptverkehrsstraßen im Abstand von höchstens 60 Kilometern.
Nationale Führerscheine sind im Baltikum ebenfalls gültig (Papiere älteren Ausgabedatums aber nur dann, wenn sie im Heimatland auch  anerkannt sind).

Für einen Urlaub im Baltikum bedarf es keiner besonderen Ausrüstung. Je nach Jahreszeit kann Sie warmes, kaltes oder auch wechselhaftes Wetter erwarten. Im Sommer müssen Sie unbedingt an UV-Schutzcreme und Mücken- und Zeckenschutzmittel denken. Je nach Reisedauer und -ablauf sollten Sie sich aber auf mögliche Zusatzprogramme besonders vorbereiten, z. B. ein zweites Paar Schuhe, Badekleidung im Sommer, Ersatzkleidung bei Kanutouren usw.

Wer ein Konzert oder eine Oper besuchen möchte, sollte die entsprechende Abendgarderobe nicht vergessen. Jeans im Theater sind im Baltikum verpönt.

Unser Tipp

Wir empfehlen allen Reiseambitionierten, sich im Voraus beim jeweiligen Auswärtigen Amt über die Reise- und Sicherheitshinweise zu erkundigen.

auswaertiges-amt.de
www.auswaertiges-amt.de
bmeia.gv.at
www.bmeia.gv.at
eda.admin.ch
www.eda.admin.ch