Zeppelinas – litauisches Nationalgericht

Zeppelinas – litauisches Nationalgericht

Cepelinai, gesprochen Zeppelinäi, und zuweilen auch Zeppelinas genannt, sind eine der Leib- und Magenspeisen der Litauer, ein Stück traditioneller, ländlicher Küche „wie bei Muttern“. Hausmannskost ist bis heute in Litauen beliebt, auch gern in modernisierter leichterer Form, doch für die Cepelinai scheint das nicht zu gelten. Da wird bis heute darum gewetteifert, wer das beste wohl gehütete traditionelle Familienrezept hat. Dabei gibt es die dafür nötigen Kartoffeln in Litauen noch gar nicht so lange, denn sie wurden dort erst ab dem 18. Jahrhundert angebaut.

Ihren Namen haben die Kartoffelklöße nach ihrer Form, die tatsächlich einem Zeppelin ähnelt. Zeppeline wurden im Ersten Weltkrieg erstmals in Litauen gesehen, als die Luftaufklärer der deutschen Armee in Zokniai Wartungshallen bauten. Zur Luftaufklärung nutzten diese Truppenteile Zeppeline, die damals erstmals häufig am litauischen Himmel zu sehen waren. So wurden die damals hochmodernen Luftfahrzeuge zur litauischen Variante der Kartoffelklöße.

Zeppelinas – litauisches Nationalgericht

Das bodenständige Nationalgericht gibt es in zahlreichen Varianten, die Klöße werden mit Hackfleisch, Speck, Schinken, Pilzen, Quark, Weißkohl oder sogar mit Fisch gefüllt. Sie werden gerne mit zerlassenem Speck, ausgelassenen Zwiebeln, oder Schmandsoße (grietinė) verfeinert.

Wenn Sie nicht abwarten wollen, bis Sie die Zeppelinas bei der Reise „Litauen zum Kennenlernen“ kosten können: Hier haben wir ein klassisches Rezept für Zepellinas mit Hackfleischfüllung zum Nachkochen für vier Personen:

Zutaten für die Klöße:

  • 500 g Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1-2 Eier (je nach Größe) zum Verquirlen
  • 200 g Hackfleisch (bevorzugt Schweinefleisch)
  • Dillspitzen zur Dekoration
  • 1 TL Majoran
  • 1 Lorbeerblatt
  • 5 Pfeffer- und 5 Wacholderkörner
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Butterschmalz
  • Etwas Mehl zum Arbeiten und Formen
  • 1 EL Kartoffelstärke
  • 50-75 g Speck

Zutaten für die Schmandsoße:

  • 1 weitere Zwiebel
  • 50g Speck
  • 200g Saure Sahne oder Schmand

Zubereitung:

Für die Hackfleischfüllung eine Zwiebel fein hacken und in Butterschmalz glasig dünsten, nicht bräunen. Zum Hackfleisch geben, mit Majoran, Salz und Pfeffer würzen, alles gut vermengen.Für den Teig die Hälfte der Kartoffeln schälen und in Salzwasser weichkochen, abgießen und mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken. Die andere Hälfte schälen und möglichst fein reiben. Danach in einem frischen Küchenhandtuch über einer Schüssel ausdrücken, bis keine Flüssigkeit mehr austritt. Etwas Flüssigkeit aufheben.Ja nach Größe 1-2- Eier verquirlen. Die Kartoffelmassen in eine Schüssel füllen und gut vermengen. Mit Pfeffer und Salz nach Geschmack würzen und die Hälfte des verquirlten Ei sowie die Kartoffelstärke einarbeiten. Gegebenenfalls von der aufgehobenen Kartoffelflüssigkeit zugeben, falls die Masse zu fest wird. Gut durchkneten.

Die fertige Kartoffelteigmasse für vier Personen in acht gleichgroße Brocken teilen und jeweils in der Hand flach drücken. Einen EL mit Hackfleischmasse auf den Kartoffelteig geben, den Teig um die Fleischmasse hochziehen bis die Teigränder sich berühren, diese zusammenkneten und die Klöße so verschließen. Anschließend auf der etwas bemehlten Arbeitsfläche in die längliche Zeppelinform rollen.


Die Klöße rund dreißig Minuten in einem großen Topf mit reichlich nicht kochenden, sondern nur simmerndem Salzwasser garen, in das die Wacholderkörner und das Lorbeerblatt gegeben werden. Inzwischen die Soße zubereiten.

Dazu den Speck fein würfeln und zusammen mit den Würfeln der gehackten zweiten Zwiebel
glasig andünsten. Etwas abkühlen lassen. Unter den Schmand – hilfsweise auch Creme Fraiche oder saure Sahne - mischen und mit Salz, Pfeffer und Majoran abschmecken. Die gegarten Klöße gut abtropfen lassen, anrichten und die Schmandsauce dazu reichen.

Nun die Klöße mit dem Schaumlöffel aus dem siedenden Wasser heben, gut abtropfen lassen und auf einer Platte anrichten, eventuell mit Dillspitzen garnieren.

Und dann: Guten Appetit oder wie es auf Litauisch heißt: skanaus