Helsinki

Helsinki, die finnische Hauptstadt ist eine gute Alternative als Startpunkt oder schöner Ausklang einer Reise ins Baltikum, besonders, wenn es nach Estland gehen soll. Auch die Buchung eines Anschlusspakets mit einem mehrtägigen Aufenthalt in Helsinki ist eine gute Idee. Bei der Individualreise „Helsinki - moderne Schlichtheit auf 315 Inseln“ können Reisende auch die finnische Metropole intensiv erleben. Das an der Küste des Finnischen Meerbusens gelegene Helsinki ist auch eine Verkehrsdrehscheibe für die östlichen Ostseeanrainerstaaten. Mit Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen mehrere Direktflugverbindungen. Dazu ist Helsinki täglich bequem aus dem deutschen Ostseehafen Travemünde zu erreichen. Die Reisedauer beträgt etwa 30 Stunden. So können auch Autoreisende eine Mini-Cruise genießen und im Anschluss mit der Fähre Helsinki-Tallinn in zwei Stunden die estnische Hauptstadt Tallinn erreichen.

Finnlands Hauptstadt liegt auf dem gleichen Breitengrad wie das südliche Alaska oder der Süden Grönlands, dafür sind die Sommer überraschend warm und zuweilen auch heiß. Ob dieser nördlichen Lage aber sind die Tage im Sommer lang, die Sonne verschwindet zur Zeit der Sommersonnenwende in den weißen Nächten nur kurz. Im Winter schafft sie es dafür nur um die Mittagszeit über den Horizont, dann dauert das Tageslicht nicht einmal sechs Stunden.

Metropolregion Helsinki

Helsinki

Helsinki liegt in der südfinnischen Region Uusimaa am Ufer des Finnischen Meerbusens und dort direkt der estnischen Hauptstadt Tallinn gegenüber. Die finnische Hauptstadt erstreckt sich über 315 Inseln und hat eine über hundert Kilometer lange Küstenlinie mit vielen Buchten und Halbinseln. Viele Aufschüttungen haben das Aussehen der Stadt in den letzten beiden Jahrhunderten stark verändert. Ursprünglich lag Helsinki an der Mündung der Vantaanioki in Vannakaupunki. Mehr als ein Drittel der Stadtfläche besteht aus Grüngebieten wie Wäldern und Parks, vor allem in den nördlichen und östlichen Stadtgebieten. Zu Helsinkis grünen Arealen gehören auch 50 Naturschutzgebiete, die insgesamt 684 ha Fläche ausmachen.

Nur 50 der 315 Inseln, die zu Helsinki gehören, sind größer als 3 ha. Am bekanntesten und interessantesten sind Korksasaari mit dem Zoo, Saurassaari mit dem Freilichtmuseum und die acht Inseln, auf denen sich die Festung Suomenlinna erstreckt. Auch die Wohngebiete Lasiasalo und Lauttasaari befinden sich auf großen Inseln.

Helsinkis Stadtzentrum liegt auf einer Halbinsel im Südwesten. Dicht bebaut ist ausschließlich dieser Teil der Stadt. Die neueren seit Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen Gebiete sind wesentlich großzügiger und luftiger angelegt und liegen nördlich, westlich und östlich des alten Stadtkerns. Sie reichen inzwischen an die Nachbarstädte Espoo, Kaunianinen und Vantas heran, mit denen sie die Hauptstadtregion Helsinki bilden, die eine Fläche von 631 km² umfasst. Diese Metropolregion zählt rund 1,15 Millionen Einwohner. Die Stadt Helsinki selbst hat rund 630.000 Einwohner und ist zweisprachig, denn rund sechs Prozent der Einwohner sind schwedischsprachig und genießen weitreichenden Minderheitenschutz.

Blick in die Geschichte Helsinkis

Helsinki ist für eine europäische Metropole eine vergleichsweise junge Stadt und wurde unter schwedischer Herrschaft im Jahr 1550 als schwedische Antwort auf das blühende Reval (Tallinn) gegründet, dem es den Rang ablaufen sollte. Das aber gelang nicht, obwohl die kleine Stadt 1640 etwas südwärts an die Küste verlagert wurde. Sie blieb sowohl machtpolitisch als auch wirtschaftlich von geringerer Bedeutung.

Nach dem Finnischen Krieg von 1808 büßte das unterlegene Schweden seine Vormachtstellung in der Region ein und musste im Friedensvertrag von Fredrickshamn im Jahr 1808 unter anderem den Süden Finnlands an das Zarenreich abtreten. Zusammen mit den in den schwedisch-russischen Auseinandersetzungen von 1721 und 1743 besetzten Gebieten wurde Südfinnland als neues Großfürstentum Finnland in das Russische Reich eingegliedert. Diese neue Provinz erhielt weitgehende Autonomie. In der Folge wurde Helsinki im Jahr 1812 an Stelle von Turku zur finnischen Hauptstadt erklärt. Seit der Unabhängigkeitserklärung von 1917 nach der Februarrevolution in Russland ist Helsinki nun Hauptstadt der unabhängigen Republik Finnland.

Helsinki erkunden

Helsinkis Zentrum gilt als Perle des Klassizismus. Die etwas jüngeren Viertel sind durch den Jugendstil geprägt, die modernen Bereiche durch den speziellen finnischen Funktionalismus. Diese Epochen der Architekturgeschichte präsentieren sich in Helsinki auf engem Raum und zeigen ein stimmiges Ensemble nordeuropäisch-kühler Eleganz. Helsinkis klassizistisches Zentrum wurde geprägt vom deutschen Architekten Carl Ludwig Engel (1778-1840), der nach der Ernennung Helsinkis zur Hauptstadt des Großfürstentums Finnland im Jahre 1812 mit Entwurf und Bau eines an die Vorlage St. Petersburg eng angelehnten und möglichst repräsentativen Zentrums beauftragt wurde. So entstand rund um den Senatsplatz ein in dieser Geschlossenheit seltenes klassizistisches Viertel. Dazu gehört der 1830 bis 1852 erbaute Dom, das Hauptgebäude der Universität, das alte Senatsgebäude, die Nationalbibliothek sowie der Präsidentenpalast. Ob dieses klassizistischen Zentrums von Engel wird Helsinki auch die „weiße Stadt des Nordens“ genannt.

Außerhalb schließt sich Helsinkis Jugendstil-Viertel an, das einige Besonderheiten aufweist. So ist der Jugendstil in Helsinki stark von Elementen nationalromantischer finnischer Kunst und dem Nationalepos Kalevala inspiriert. Als bedeutendster Architekt dieser Jugendstilarchitektur gilt Eliel Saarinen (1873–1950). Jugendstilarchitektur findet man an den Fassaden der Wohnhäuser in den Stadtteilen wie Katajanokka, Kruununhaka und Eira oder an Großbauten wie dem Hauptbahnhof, dem Nationalmuseum oder der Kirche von Kallio.

Architektonisch glänzt Helsinki aber auch als eine Hochburg des Funktionalismus, für die vor allem die Bauten des finnischen Architekten Alvar Alto (1898-1976) stehen. Bei ihrem Entstehen noch kontrovers diskutiert, steht der Funktionalismus heute für den sachlich-kühlen aber immer eleganten nordischen Design- und Baustil. Bekannteste Bauten dieser Stilrichtung sind die Finlandia-Halle von 1971 oder an der Mannerheimstraße das Kulturzentrum Lasipalatsi, das Postgebäude und das Olympiastadion. Dort hat man vom 92 m hohen Turm einen wunderbaren Überblick über die ganze Stadt. Ebenfalls im Stadtteil Töölö befindet sich die 1969 in den Granit hinein gebaute Temppeliaukio-Felsenkirche, die nur 13 m hoch ist. Auch außerhalb der Innenstadt gibt es in Helsinki Sehenswertes. So ist die Uspenski-Kathedrale westlich des Zentrums auf der Halbinsel Katajanokka der größte orthodoxe Kirchenbau außerhalb Russlands. Der im russisch-byzantinischen Stil erstellte Sakralbau wurde 1868 fertiggestellt.

Auch kulturbegeisterte Besucher kommen in Helsinki auf ihre Kosten. Mit dem Finnischen Nationaltheater in einem Jugendstilbau am Bahnhof, der Nationaloper in Töölö, die auch als Konzerthaus dient und dem erst 2011 eröffneten Konzertzentrum Musiikkitalo haben die Helsinkier Philharmoniker und das finnische Radio-Symphonieorchester sowie Finnlands einzige Musikhochschule, die Sibelius-Akademie, eine neue Heimat gefunden. Das Finnische Nationalmuseum, die Museen der Universität Helsinki sowie die Finnische Nationalgalerie, das Kiasma-Museum und die Kunsthalle Helsinki bieten interessante Ausstellungen. Besonders das Architekturmuseum und das danebenliegende Designmuseum zeigen alles über den Funktionalismus und Alvar Alto sowie für das zu den Bauten passende nordische Design.

Auch das Freizeitvergnügen kommt in Helsinki nicht zu kurz, die zahlreichen Parks und Grünanlagen laden zu Verweilen an. Im Sommer lockt der schöne Strand an der Hietaniemi-Bucht im Westen des Zentrums zum erfrischenden Bad.

Die Festung Suomenlinna

Helsinki

Die im 18. Jahrhundert ab 1748 noch von den Schweden als Festung Sveaborg erbaute und später von den Russen im 19. Jahrhundert erweiterte Feste Suomenlinna (Finennburg) liegt auf acht Inseln vor Helsinki, von denen fünf durch Brücken oder Dämme verbunden sind. Auf diesen fünf Inseln Kustaanmiekka, Susisaari, Iso Mustasaari, Pikku-Mustasaari und Länsi-Mustasaari steht der Hauptteil der Festung. Nur Pikku-Mustasaari kann nicht besucht werden, denn dort ist die Marineschule untergebracht. Die anderen Inseln und die Festung werden seit 1973 nicht mehr militärisch genutzt. Seit 1991 steht Suomenlinna als herausragendes Beispiel europäischer Festungsarchitektur auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Zu erreichen ist die Inselfestung in etwa 15 Minuten über eine Fährverbindung direkt vom Marktplatz Kauppatori aus. Im Sommer fahren die Fähren zwischen sechs und zwei Uhr nachts alle 15-20 Minuten, im Winter alle 40-60 Minuten. Haupteingang und Wahrzeichen der Festung ist das direkt an der Meerenge vor Kustaanmiekka gelegene Königstor an der Südspitze der Festung. Ein weiteres Symbol von Suomenlinna sind die Kanonen aus der russischen Zeit an den Sandbänken von Kustaanmiekka. Die Festung kann besichtigt werden. Eine Führung zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Festung dauert gut eine Stunde und führt zu den Kasernen und dem U-Boot-Museum. Das interessanteste der Museen ist das Suomenlinna-Museum, das einen Überblick über die Geschichte der Feste und das Leben der Soldaten und ihrer Familien bietet. Außergewöhnlich ist die Kirche Suomenlinnas, die 1854 erbaut wurde, denn ihr Turm dient gleichzeitig als Leuchtturm und Funkfeuer. Die Zander Bastion als ältestes erhaltenes Gebäude Helsinkis ist eine von vier Bastionen der Festungskette von Suomenlinna. Die Tunnel des Verteidigungssystems sind vor allem bei jungen Besuchern ein Renner.

Auf den Inseln locken nicht nur die Festungsanlagen, sondern eine parkähnliche Landschaft mit wunderbaren Ausblicken übers Land für Sport- und Freizeitspaß von Jogging über Baden bis Picknick. Dazu machen zahlreiche Cafés und Restaurants den Aufenthalt kurzweilig.